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Koaxialkabel
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top
Koaxialkabel, kurz Koaxkabel, sind zweipolige Kabel mit im Querschnitt konzentrischem Aufbau. Sie bestehen aus einem Innenleiter (auch Seele genannt), der in konstantem Abstand von einem hohlzylindrischen AuĂenleiter umgeben ist. Der AuĂenleiter schirmt den Innenleiter vor Störstrahlung ab.cite-ref-1[1]
Der Zwischenraum ist ein Isolator bzw. Dielektrikum. Das Dielektrikum kann anteilig oder vollstĂ€ndig aus Luft bestehen (siehe Luftleitung). Meist ist der AuĂenleiter durch einen isolierenden, korrosionsfesten und wasserdichten Mantel nach auĂen hin geschĂŒtzt. Der mechanische Aufbau und insbesondere das Dielektrikum des Kabels bestimmt den Leitungswellenwiderstand sowie die von der Frequenz abhĂ€ngige DĂ€mpfung der Kabel.
âFliegendeâ Koaxialkabel ohne feste Verlegung werden hĂ€ufig als Antennenkabel fĂŒr Radio- oder Fernsehempfang oder als Cinch-Verbindung vor allem im Audio-Bereich verwendet.
Ăbliche Koaxialkabel haben einen AuĂendurchmesser von 2 bis 15 mm, Sonderformen von 1 bis 100 mm. Es gibt auch eine koaxiale Bauform von Freileitungen, die Reusenleitung.
Contents
âą Aufbau
âą Verwendungen
âą Parameter
âą Steckverbinder
âą Kabeltypen
âą Kabelbezeichnung
âą Breitband
âą Low Noise
âą Technische Daten
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Aufbau
Flexible Koaxialkabel besitzen meist Innenleiter aus dĂŒnnen, geflochtenen oder verseilten KupferdrĂ€hten und Kabelschirme aus ebenfalls geflochtenen KupferdrĂ€hten, wobei der Schirm durch eine Folie ergĂ€nzt sein kann. Das Geflecht darf dann einen geringeren Bedeckungsgrad aufweisen. Rigid-Koaxialkabel fĂŒr hohe Leistungen oder hohe Schirmungsfaktoren sind mit einem starren AuĂenleiter in Form eines Rohres aufgebaut.
Sonderformen von Koaxialkabeln verfĂŒgen ĂŒber zwei Innenleiter oder mehrere, koaxial angeordnete AuĂenleiter. Diese Kabel mit zwei AuĂenleitern sind unter Bezeichnungen wie Triaxialkabel erhĂ€ltlich und werden unter anderem in der Videotechnik eingesetzt, wenn die Schirmfunktion zum Beispiel vom AuĂenleiter getrennt werden soll. Eine weitere Sonderform ist ein Koaxialkabel mit Ferritummantelung. Die Ferritummantelung wirkt als Gleichtaktdrossel, die ein Gegentaktsignal transformatorisch stĂŒtzt und auf ein Gleichtaktsignal induktiv dĂ€mpfend wirkt. Die Transferimpedanz als KenngröĂe der Schirmwirkung wird vom Ferrit nicht beeinflusst, wohl aber die SchirmdĂ€mpfung.
Eine Variante des Koaxialkabels ist das Schlitzkabel, das als langgestreckte Antenne eingesetzt wird. Das Schlitzkabel ist ein Koaxialkabel mit unvollstĂ€ndiger Abschirmung. Sein AuĂenleiter hat Schlitze oder Ăffnungen, durch die ĂŒber die ganze LĂ€nge des Kabels kontrolliert HF-Leistung abgegeben und aufgenommen werden kann.
Verwendungen
Koaxialkabel sind dazu geeignet, im Frequenzbereich von einigen kHz bis zu einigen GHz hochfrequente, breitbandige Signale zu ĂŒbertragen. Das können hochfrequente Rundfunksignale, Radarsignale oder einfach Messsignale in einem PrĂŒflabor sein. Auch fĂŒr Ethernet-Netzwerke wurden bis in die 1990er Jahre Koaxialkabel verwendet. FĂŒr einige Anwendungen, zum Beispiel fĂŒr Mikrofone, wird gelegentlich eine Gleichspannung mit ĂŒbertragen, um einen Verbraucher mit elektrischer Energie zu versorgen (Fernspeisung, Tonaderspeisung, Phantomspeisung).
Koaxialkabel werden zur Ăbertragung hochfrequenter unsymmetrischer Signale eingesetzt; der AuĂenleiter fĂŒhrt dabei ĂŒblicherweise das Referenzpotenzial, nĂ€mlich die Masse, der Innenleiter fĂŒhrt die Signalspannung oder bei der Fernspeisung auch die Versorgungsspannung. Zur Ăbertragung hochfrequenter symmetrischer Signale wird die Bandleitung eingesetzt.
Eine Sonderanwendung finden Koaxialkabel bei der Erzeugung von Hochleistungsimpulsen in der Radartechnik. Dabei werden keine Signale ĂŒbermittelt, sondern hier wirkt das Kabel als Hochspannungsquelle mit genau definiertem Innenwiderstand, die ihre gesamte gespeicherte Ladung nach definierter Zeit abgegeben hat.
Koaxialkabel werden auch fĂŒr die elektrische Ăbertragung digitaler Stereo- oder Mehrkanal-Audiosignale zwischen verschiedenen GerĂ€ten benutzt. Die dafĂŒr ĂŒbliche S/PDIF Schnittstelle findet sich bei CD-Spielern, DAT-Recordern, bei MiniDisc, zwischen DVD-Player und Heimkinoreceiver, Audioanlagen in Fahrzeugen und bei digitalen Audiokarten in PCs.
Physikalische Eigenschaften
In Koaxialkabeln wird die Nutzsignalleistung im Dielektrikum zwischen Innenleiter und AuĂenleiter ĂŒbertragen. Mathematisch beschreibt dies der Poynting-Vektor, der im Idealfall ausschlieĂlich im Dielektrikum einen Wert ungleich Null annimmt. In diesem Fall existiert im idealen Leiter keine elektrische Feldkomponente in Wellenausbreitungsrichtung. Im Dielektrikum sind fĂŒr eine elektromagnetische Welle der elektrische Feldanteil senkrecht zwischen Innen- und AuĂenleiter, der magnetische Feldanteil zylindrisch um den Innenleiter und der Poynting-Vektor in LeitungslĂ€ngsrichtung orientiert. Das Koaxialkabel kann bei hohen Frequenzen als Wellenleiter aufgefasst werden, die OberflĂ€chen des metallischen Innen- und AuĂenleiters dienen als Berandung zur FĂŒhrung einer elektromagnetischen Welle. Da dies meist unerwĂŒnscht ist, muss der Umfang des AuĂenleiters kleiner als die WellenlĂ€nge λ sein. Das begrenzt die Verwendbarkeit von Koaxkabeln bei sehr hohen Frequenzen, weil dann unerwĂŒnschte Hohlleitermoden auftreten können.
Der wesentliche Unterschied zwischen einem Koaxialkabel und einem Hohlleiter ist der beim Koaxialkabel vorhandene Innenleiter. Dadurch besteht die Möglichkeit zum Bilden von TEM-Mode bei der Wellenausbreitung im Kabel, dadurch, dass der Leiterquerschnitt nicht einfach zusammenhÀngend ist.
Koaxialkabel besitzen einen definierten Wellenwiderstand. Er betrĂ€gt fĂŒr die Rundfunk- und Fernsehempfangstechnik ĂŒblicherweise 75 Ω, fĂŒr andere Anwendungen sind 50 Ω ĂŒblich. Die DĂ€mpfung eines Koaxialkabels wird durch den Verlustfaktor des Isolatorwerkstoffes und den Widerstandsbelag bestimmt. Die Verluste im Dielektrikum, nĂ€mlich dem Isolierwerkstoff, werden ĂŒber dessen PermittivitĂ€t festgelegt, sie sind ausschlaggebend fĂŒr den Ableitungsbelag der Leitung. Bei einem Koaxialkabel sind der Abstand zwischen Innenleiter und AuĂenleiter sowie das Material in diesem Zwischenraum (Dielektrikum) ausschlaggebend fĂŒr den Wellenwiderstand.
âą Es gibt verschiedene GrĂŒnde, weshalb der Wellenwiderstand gebrĂ€uchlicher Koaxialkabel zwischen 30 Ω und 75 Ω liegt:
⹠Leitungsverlust (DÀmpfung), abhÀngig von Isolator und ohmschen Widerstand der Leitung
âą ĂŒbertragbare Leistung
âą Der Leitungsverlust pro LĂ€nge hĂ€ngt vom Material ab, das Innen- und AuĂenleiter trennt.
⹠Wird Luft als Isolator verwendet, sind die Verluste bei Z=75 Ω minimalcite-ref-2[2]
⹠Bei Polyethylen liegt der optimale Wert bei 50 Ω.
Die durch ein Koaxialkabel ĂŒbertragbare Leistung ist vom Wellenwiderstand abhĂ€ngig. Bei einem Wellenwiderstand von 30 Ω ist die ĂŒbertragbare Leistung maximal.cite-ref-3[3]
AbhÀngig von der Anwendung wird deshalb der Wellenwiderstand gewÀhlt.
⹠TV und Radiotechnik: 75 Ω um Verluste gering zu halten. Da diese Systeme nicht senden, wird der Punkt des geringsten Verlusts gewÀhlt.
âą Kommunikationstechnik: 50 Ω um sowohl bei Empfang als auch bei Senden gute Ăbertragungseigenschaften zu haben. (Mittelwert zwischen 30 Ω und 75 Ω)
Bei höheren Leistungen und zur Minimierung der Signalverluste kann das Dielektrikum durch dĂŒnne Abstandshalter oder Schaumstoff zwischen Innen- und AuĂenleiter ersetzt werden, der restliche Raum zwischen den Leitern ist mit Luft gefĂŒllt. Luft ermöglicht als Dielektrikum eine annĂ€hernd verlustlose Ăbertragung. Verluste entstehen fĂŒr luftgefĂŒllte Leitungen fast ausschlieĂlich im Metall der Leitung. Solche Koaxialkabel werden oft mit AuĂenleitern aus geschlossenem Blech und massiven Innenleitern gefertigt. Sie sind dann jedoch mechanisch wenig flexibel und werden nur bei ortsfesten Installationen verwendet. Beispiele sind die Verbindungsleitungen zwischen Sender und Antenne bei Sendeleistungen ab etwa 100 kW sowie Kabelnetze.
Koaxialkabel bieten durch ihren konzentrischen Aufbau und die FĂŒhrung des Referenzpotenzials im AuĂenleiter eine elektromagnetische Schirmwirkung. Die Transferimpedanz ist ein MaĂ fĂŒr diese Schirmwirkung und beschreibt die QualitĂ€t eines Koaxialkabelschirms.
Parameter
Zu den wichtigen Parametern eines Koaxialkabels zÀhlen:
âą der Wellenwiderstand (Kabelimpedanz) ZL â er ist von der LeitungslĂ€nge und (fĂŒr hochfrequente Signale nĂ€herungsweise) von der Signalfrequenz unabhĂ€ngig, die Einheit ist Ohm. Ăblich sind Koaxialkabel mit einem Wellenwiderstand von 50 Ohm (allgemeine HF-Technik) oder 75 Ohm (Fernsehtechnik), selten 60 Ohm (alte Systeme) oder 93 Ohm. Der Wert kann experimentell mithilfe der Zeitbereichsreflektometrie bestimmt werden. Der Wellenwiderstand berechnet sich aus dem VerhĂ€ltnis des Innendurchmessers D des AuĂenleiters und dem Durchmesser d des Innenleiters des Kabels und den dielektrischen Eigenschaften (relative PermittivitĂ€t Δ Δ r {\displaystyle \varepsilon _{\rm {r}}} ) des Isolationsmaterials (Dielektrikum):
Z L = Z o 2 Ï Ï Î” Δ r ln ⥠⥠D d â â 60 Ω Ω Δ Δ r ln ⥠⥠D d â â 138 Ω Ω Δ Δ r lg ⥠⥠D d = L âČ C âČ {\displaystyle Z_{L}\ =\ {\frac {Z_{o}}{2\pi {\sqrt {\varepsilon _{\rm {r}}}}}}\,\ln {\frac {D}{d}}\ \approx \ {\frac {60~\Omega }{\sqrt {\varepsilon _{\rm {r}}}}}\,\ln {\frac {D}{d}}\ \approx \ {\frac {138~\Omega }{\sqrt {\varepsilon _{\rm {r}}}}}\,\lg {\frac {D}{d}}={\sqrt {\frac {L'}{C'}}}} mit dem Wellenwiderstand des Vakuums Z 0 {\displaystyle Z_{0}}
Ein Berechnungsprogramm findet sich in Ref.cite-ref-4[4] Die oben genannte Formel und das Programm vernachlĂ€ssigen den Ableitungsbelag Gâ und den Widerstandsbelag Râ der Leitung. Diese Vereinfachung ist im Hochfrequenzbetrieb zulĂ€ssig.
Da das VerhĂ€ltnis D/d aus mechanischen GrĂŒnden auf 2,3âŠ20 limitiert ist und durch den flachen Verlauf des Logarithmus weiter auf 0,83âŠ3 reduziert wird, ist auch der Wellenwiderstand von Koaxialkabel nicht willkĂŒrlich herstellbar. Koaxialkabel sind daher nur im Bereich von 30 bis 145 Ohmcite-ref-5[5] Wellenwiderstand praktisch realisierbar.
âą die DĂ€mpfung pro LĂ€nge, angegeben in Dezibel pro 100 Meter â sie hĂ€ngt von der Frequenz ab. Verlustarme Koaxialkabel besitzen einen möglichst groĂen Durchmesser, die Leiter sind versilbert (Skin-Effekt), das Dielektrikum ist aus Teflon oder aus geschĂ€umtem Material (hoher Luftanteil). Verlustarme Kabel besitzen eine Isolierstoff-Wendel, um den Innenleiter zu stĂŒtzen, das Dielektrikum besteht dann vorwiegend aus Luft oder einem Schutzgas (SF6, Schwefelhexafluorid).
⹠der KapazitÀtsbelag betrÀgt bei einem 50-Ohm-Koaxialkabel etwa
100 pF/m
âą der InduktivitĂ€tsbelag betrĂ€gt fĂŒr ein 50-Ohm-Koaxialkabel etwa
250 nH/m
âą Ausbreitungsgeschwindigkeit und VerkĂŒrzungsfaktor. Die maximal mögliche Ausbreitungsgeschwindigkeit ist durch die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum gegeben und betrĂ€gt 299.792,458 km/s. Das entspricht rund 30 cm pro Nanosekunde (30 cm/ns; siehe auch: LichtfuĂ). In der ErdatmosphĂ€re wird die Geschwindigkeit durch die PermittivitĂ€t der Luft auf etwa 299.700 km/s reduziert. In Kabeln verringert sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit weiter aufgrund der PermittivitĂ€t des verwendeten Dielektrikums. Zur Berechnung verwendet man den sogenannten VerkĂŒrzungsfaktor, das ist der Kehrwert der Quadratwurzel der PermittivitĂ€t Δ Δ r {\displaystyle {\varepsilon _{\rm {r}}}} des Kabeldielektrikums, also 1 Δ Δ r {\displaystyle {\frac {1}{\sqrt {\varepsilon _{\rm {r}}}}}} . FĂŒr das als Kabeldielektrikum oft verwendete Polyethylen (PE) mit Δ Δ r = 2 , 25 {\displaystyle \varepsilon _{\rm {r}}=2{,}25} ergibt sich ein VerkĂŒrzungsfaktor von 2 / 3 {\displaystyle ^{2}\!\!/\!_{3}} . Damit betrĂ€gt die Ausbreitungsgeschwindigkeit rund 200.000 km/s und die Verzögerungszeit berechnet sich zu ungefĂ€hr 5 ns pro Meter Kabel (zum Vergleich: im Vakuum nur etwa 3,33 ns/m). Ebenfalls weit verbreitet als Isoliermaterial ist Teflon mit einem Δ Δ r â â 2 {\displaystyle \varepsilon _{\rm {r}}\approx 2} , was zu einer Verzögerungszeit von etwa 4,7 ns pro Meter fĂŒhrt.
âą SchirmdĂ€mpfung in Dezibel oder Transferimpedanz in mOhm/m. Die SchirmdĂ€mpfung wird fĂŒr Leitungen eher nicht verwendet. Die Transferimpedanz ist die ĂŒbliche MessgröĂe. Messverfahren zur Transferimpedanz sind genormt.
Leitungsanpassung und Reflexionen
Koaxialkabel fĂŒr Hochfrequenzanwendung werden im Allgemeinen in Leitungsanpassung betrieben. Der Lastwiderstand der Senke soll möglichst genau dem Wellenwiderstand des Kabels entsprechen, damit am Leitungsende keine Reflexionen auftreten, die stehende Wellen und erhöhte Verluste hervorrufen können. Der Grad der Fehlanpassung wird mit StehwellenmessgerĂ€ten oder Zeitbereichsreflektometrie ermittelt. Bei Signalen geringer Bandbreite kann der Wert des Lastwiderstandes durch einen Resonanztransformator geĂ€ndert werden.
Reflexionen und frequenzabhÀngige Eigenschaften des Dielektrikums verÀndern auch die Flankensteilheit digitaler Signale (vgl. Dispersion und Impulsfahrplan).
Reflexionen entstehen an allen Stellen, an denen sich der Wellenwiderstand Àndert, auch bei ungeeigneten Verbindungsstellen (Stecker) bei höheren Frequenzen.
Störende Beeinflussung
Unter Ingress (engl. âEindringenâ), auch Einstrahlung genannt, versteht man die störende Beeinflussung von Signalen durch elektromagnetische Felder, die von auĂen in Koaxialkabel eindringen. Egress beschreibt die gegenteilige Erscheinung, nĂ€mlich das Austreten von Störfeldern aus Koaxialkabeln. Störende Beeinflussungen können jedoch auch aus der fehlerhaften Anpassung von EndgerĂ€ten resultieren.
Quellen störender Beeinflussungen sind u. a. Sendeanlagen, HaushaltsgerÀte, Schaltnetzteile und Starkstromleitungen.
Zu den Ursachen einer unzureichenden abschirmenden Wirkung von Koaxialkabeln zĂ€hlen MĂ€ngel des AuĂenleiters, Bruchstellen oder defekte Steckverbindungen. Andere Fehlerquellen wĂ€ren SchĂ€den an Abzweigen oder unterirdischen Verteilern. Weiterhin sollte die QualitĂ€t des Kabels und insbesondere das SchirmungsmaĂ den Anforderungen entsprechen. Gute Kabel fĂŒr TV-Anwendungen erreichen ein VerhĂ€ltnis elektromagnetischer FeldstĂ€rken auf Innen- und AuĂenseite von etwa 100 dB.cite-ref-6[6] Kritische Anwendungen wie in nuklearen Reaktoren setzen mitunter supergeschirmte Kabel ein, beispielsweise entsprechend des UK-Standards AESS(TRG) 71181.cite-ref-7[7]
AuĂerdem kommt es beim Anschluss symmetrischer Antennen ĂŒber naturgemÀà unsymmetrische Koaxialkabel ohne den Einsatz von Symmetriergliedern (Balun) zu Wechselwirkungen. Hierbei gelangen hochfrequente Wechselströme (sogenannte Mantelwellen) auf den AuĂenleiter, die das Speisekabel zum Teil der Antenne machen. Dies wĂ€re ein Beispiel fĂŒr störende Beeinflussungen aufgrund fehlerhafter Anpassung von EndgerĂ€ten. Aber auch fehlerhafte Steckverbindungen haben diesen Effekt, soweit sich die StromflĂŒsse auf Innen- und AuĂenleiter nicht mehr gegenseitig aufheben und nicht nur am Stecker, sondern ĂŒber die LĂ€nge des angeschlossenen Kabels elektromagnetische Felder austreten.
Steckverbinder
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Hauptartikel
:
HF-Steckverbinder
Aufbau und Ă€uĂerer Durchmesser sowie der gewĂŒnschte Betriebsfrequenzbereich bestimmen die verwendbaren koaxialen AnschlussstĂŒcke, die HF-Steckverbinder. Dabei unterscheidet man Stecker (engl. âmale connectorâ oder âplugâ) und Buchsen (engl. âfemale connectorâ oder âjackâ). Daneben gibt es auch âgeschlechtsloseâ Verbinder, wie beispielsweise APC-Verbindungen. Die Steckverbinder unterscheiden sich durch den Innendurchmesser D des AuĂenleiters, die GröĂe und HomogenitĂ€t ihrer LeitungswellenwiderstĂ€nde und die verwendeten Isolierstoffe. Diese sowie die HomogenitĂ€t des Wellenwiderstandes bestimmen die maximale Betriebsfrequenz (Grenzfrequenz) wesentlich. GĂ€ngige sind die an Labor- und FunkgerĂ€ten und frĂŒher an Netzwerkkabeln verwendeten BNC-Steckverbinder. Es gibt sie mit LeitungswellenwiderstĂ€nden 50 Ohm und 75 Ohm.
âą Belling-Lee-Stecker (Kabelfernsehen, terrestrische Antennensteckverbindungen)
âą F-Steckverbinder (Satellitenfernsehen); bei diesen wird der Innenleiter zugleich als Steckerstift verwendet.
Folgende Tabelle listet beispielhaft Steckverbinder mit hoher Grenzfrequenz:
| Durchmesser | Bezeichnung | Grenzfrequenz |
|---|---|---|
| 7,00 mm | APC-7, N | 0 18 GHz |
| 3,50 mm | (SMA) | 0 34 GHz |
| 2,92 mm | K | 0 40 GHz |
| 2,40 mm | â | 0 50 GHz |
| 1,85 mm | V | 0 67 GHz |
| 1,00 mm | W | 110 GHz |
Kabeltypen
Kabelbezeichnung
Im Joint Electronics Type Designation System (JETDS, MIL-STD-196), als ein vom United States Department of War wĂ€hrend des Zweiten Weltkrieges entwickeltes System zur Benennung elektronischer AusrĂŒstung, wurden Koaxialkabel mit den Buchstaben RG fĂŒr Radio Guide bezeichnet. Mit der Revision D im Januar 1985 wurde die Bezeichnung gestrichen.cite-ref-8[8] Aus diesem Grund entsprechen Kabel, die heute unter dem Label RG-xx verkauft werden, nicht unbedingt den militĂ€rischen Spezifikationen.
FĂŒr Bus-Topologie im Basisband
âą 10BASE5: 10 Mbit/s, Baseband (Basisband), 500 m
âą RG-8 â Thick Ethernet oder YellowCable
⹠Wellenwiderstand 50 Ω
âą max. LĂ€nge 500 m pro Segment
âą max. 100 AnschlĂŒsse pro Segment
âą min. Abstand der AnschlĂŒsse 2,5 m
âą min. Biegeradius 0,2 m
âą 5-4-3-Regel:
âą max. fĂŒnf Segmente
âą max. vier Repeater
âą max. drei Segmente mit RechneranschlĂŒssen (populated segments)
âą Durchmesser 1,27 cm
âą Anschluss der Rechner mit Invasivstecker (auch Vampirklemme, Vampirabzweige oder Vampire Tap genannt)
âą 10BASE2: 10 Mbit/s, Baseband (Basisband), ca. 185 m
âą RG-58 â Thin Ethernet oder CheaperNet
⹠Wellenwiderstand 50 Ω
âą max. LĂ€nge 185 m pro Segment
âą max. 30 AnschlĂŒsse pro Segment
âą min. Abstand der AnschlĂŒsse 0,5 m
âą min. Biegeradius 0,05 m (=5 cm)
âą 5-4-3-Regel:
âą max. fĂŒnf Segmente
âą max. vier Repeater
âą max. drei Segmente mit RechneranschlĂŒssen (populated segments)
âą Durchmesser 0,64 cm
âą Anschluss der Rechner mit T-StĂŒck
âą RG-58 U â Innenleiter massives Kupfer
âą RG-58 A/U â Innenleiter Kupferlitze
âą RG-58 C/U â militĂ€rische Spez. von RG-58 A/U
FĂŒr Stern-Topologie im Basisband
Breitband
âą zum Beispiel Kabelfernsehen, Sat-TV
âą RG-59
⹠Wellenwiderstand 75 Ω
âą Durchmesser 0,25 Zoll (6,4 mm)
âą S-Video-Kabel.
Low Noise
Diese Kabelfamilie wurde speziell fĂŒr Anwendungen entwickelt, bei denen mechanische KrĂ€fte wie z. B. ErschĂŒtterungen, Biege- oder Torsionsbewegungen auf das Kabel einwirken. Bei herkömmlichen Kabeln können erhebliche Störungen durch solche von auĂen wirkenden KrĂ€fte entstehen. Low-Noise-Kabel hingegen besitzen ein spezielles halbleitendes Dielektrikum zur Minimierung dieser Störungen.
Technische Daten
| Bezeichnung | AuĂen- durch- messer (mm) | min. Biege- radius (mm) | Leitungs- wellen- widerstand | DĂ€mpfung bei (dB/100 m) | DĂ€mpfung bei (dB/100 m) | DĂ€mpfung bei (dB/100 m) | Ver- kĂŒrzungs- faktor | Schirm- maĂ a |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Bezeichnung | AuĂen- durch- messer (mm) | min. Biege- radius (mm) | Leitungs- wellen- widerstand | 145 MHz | 432 MHz | 1,3 GHz | Ver- kĂŒrzungs- faktor | Schirm- maĂ a |
| RG174A/U | 2,60 | 15 | 50±2 Ω | 38,4 | 68,5 | >104,2 | 0,66 | |
| RG58C/U | 4,95 | 25 | 50±2 Ω | 17,8 | 33,2 | 64,5 | 0,66 | |
| RG213/U | 10,30 | 50 | 50±2 Ω | 8,5 | 15,8 | 30,0 | 0,66 | 60 dB |
| Aircell 5 | 5,00 | 30 | 50±2 Ω | 11,9 | 20,9 | 39,0 | 0,82 | |
| Aircell 7 | 7,30 | 25 | 50±2 Ω | 7,9 | 14,1 | 26,1 | 0,83 | 83 dB |
| Aircom Plus | 10,30 | 55 | 50±2 Ω | 4,5 | 8,2 | 15,2 | 0,85 | 85 dB |
| Ecoflex 10 | 10,20 | 44 | 50±2 Ω | 4,8 | 8,9 | 16,5 | 0,86 | >90 dB |
| Ecoflex 15 | 14,60 | 150 | 50±2 Ω | 3,4 | 6,1 | 11,4 | 0,86 | >90 dB |
| Ecoflex 15 Plus | 14,60 | 140 | 50±2 Ω | 3,2 | 5,8 | 10,5 | 0,86 | >90 dB |
| H1000 | 10,30 | 75 | 50±2 Ω | 4,3 b | 9,1 c | 18,3 | 0,83 | >85 dB |
Die Angabe eines SchirmmaĂes ohne Angabe der Frequenz oder der gewĂ€hlten BezugsgröĂen (z. B. StromstĂ€rke, Spannung oder FeldstĂ€rke) ist nicht eindeutig. Die Schirmwirkung einer Koaxialleitung ist stark frequenzabhĂ€ngig. NĂ€heres ĂŒber die Schirmwirkung von Koaxialkabeln und deren normgerechte Messung steht im Artikel
Transferimpedanz
.
bei 100 MHz
bei 400 MHz
Weblinks
Commons
: Koaxialkabel
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Koaxialkabel
â BedeutungserklĂ€rungen, Wortherkunft, Synonyme, Ăbersetzungen
Einzelnachweise
cite-note-11. â Koaxialkabel / Koaxialleitung. Abgerufen am 18. Juni 2023 (deutsch).
cite-note-22. â Grundlagen und Anwendungen von Koaxkabeln (PDF; 545 kB)
cite-note-33. â Why 50 Ohms?
cite-note-44. â microwaves101.com â Programm zur Berechnung der Wellenimpedanz
cite-note-55. â Huber+Suhner S-03279-150, D=2,95 mm, d=0,15 mm
cite-note-66. â Koaxialkabel Test bzw. Vergleich 2022. In: Computer Bild. 2022, ehemals im Original (nicht mehr online verfĂŒgbar); abgerufen am 16. Juli 2022.@1@2Vorlage:Toter Link/www.computerbild.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)
cite-note-77. â AESS(TRG) 71181 Part 2, May 1977 Superscreened co-axial cables for the nuclear power industry. In: IAEA. UKAEA Atomic Energy Establishment, Winfrith, 1977, abgerufen am 16. Juli 2022 (englisch).
cite-note-88. â MIL-STD-196D. In: everyspec.com. Abgerufen am 17. Juli 2020.
cite-note-99. â PrĂŒfungsfragen Technik Amateurfunk Klasse A mit Formelsammlung (PDF; 2,9 MB) Bundesnetzagentur 2007, S. 136
cite-note-1010. â Datenblatt der im Amateurfunk gebrĂ€uchlichsten Kabel bei Friedrich Kusch